Topamax (Topiramat)

Bei schwereren Verlaufsformen der Migräne kann es sinnvoll sein, neben der Attackenbehandlung eine vorübergehende vorbeugende (prophylaktische) Therapie der Migräne durchzuführen. Hierzu eignen sich verschiedene Medikamente, die sich in der Wirkstärke aber auch im Nebenwirkungsprofil unterscheiden. Die Auswahl, welches Präparat am besten geeignet ist, muss im Einzelfall erfolgen, da bei jedem Patienten individuelle Voraussetzungen, wie z.B. spezielle Migräneformen oder Begleiterkrankungen, vorliegen.

Topiramat ist in Deutschland unter dem Namen Topamax Migräne® zugelassen. Das Medikament soll die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken vermindern. Der genaue Wirkmechanismus bei der Migräne ist noch nicht bekannt. Allerdings waren die Studien und die Erfahrungen mit Topiramat derartig überzeugend, dass das Medikament inzwischen als ein Mittel der ersten Wahl zur Migräneprophylaxe eingestuft wird. Der Wirkstoff wird schon seit längerem als Topamax® in der Epi-lepsietherapie eingesetzt. Dort gehört er inzwischen zu den Standardmedikamenten und wird zur le-benslangen Dauertherapie verwendet. Bei Ihnen soll das Medikament, so wie bei allen prophylaktischen Arzneistoffen, zunächst für die Dauer von sechs bis neun Monaten eingesetzt werden. Dafür ist es notwendig, dass Sie die Dokumentation Ihrer Migräneattacken in einem Kopfschmerzkalender fortführen, damit Sie und Ihr Arzt den vorbeugenden Effekt der Medikation erfassen und kontrollieren können.

Die Tagesmenge in der Migräneprophylaxe liegt niedriger als in der Epilepsietherapie und beträgt 50 bis 200 mg und kann als Einzelgabe oder in zwei Dosen verabreicht werden. Als ideale Dosis bei den meisten Patienten haben sich 100 mg gezeigt. Ihr Arzt wird Sie auf die individuell notwendige Dosis einstellen.

Die meisten Patienten vertragen die Medikation gut. Als häufigere aber harmlose unerwünschte Begleitwirkungen können leichte Kribbelmissempfindungen auftreten, z.B. in den Armen oder Beinen, die meist vorübergehend sind. Sollten diese über einen längeren Zeitraum bestehen, sollten Sie Ihren Arzt informieren. In manchen Fällen kann eine vorübergehende Kaliumgabe hilfreich sein. Gelegentlich kommt es auch zu leichten Geschmackveränderungen, z.B. für süße Speisen. Möglicherweise ist dies auch der Grund, warum bei Patienten im Laufe der Therapie eine Gewichtsreduktion bewirkt wird. Zudem sollten Sie darauf achten, dass sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um einer Nierensteinbildung vorzubeugen.

Die Mehrzahl der Patienten profitiert bei guter Verträglichkeit von der Medikation. Bei manchen Patienten kann es zu Störungen der Konzentration oder des Gedächtnisses kommen. Auch können bei besonders empfindlichen Personen Veränderungen der Stimmung mit depressiven Störungen auftreten oder verschlechtert werden. Sollten sie entsprechende Veränderungen bemerken, informieren Sie bitte Ihren Arzt. In diesem Fall wird er mit Ihnen entscheiden, ob eine Dosisreduktion möglich ist oder ob das Präparat für Sie ungeeignet ist und ggf. ein Alternativmedikament verwendet werden sollte.