Kortison

Kortison ist ein körpereigener Stoff, welcher täglich aus den Nebennierenrinden ausgeschüttet wird und unter anderem zur Unterdrückung von Autoimmunreaktionen führt. Unter langfristiger Kortisoneinnahme können Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. Osteoporose, Gewichtszunahme oder Hautveränderungen. Diese sind bei einer kurzfristigen Stoßtherape nicht zu erwarten.

Es gibt keine festen Regeln für die Behandlung der Migräne mit Kortison. Die Dosierungen beruhen auf allgemeinen Erfahrungen und den Grundprinzipien bei der Anwendung von Kortison. Für die Anwendung bei Migräne sind meist nur die jeweiligen eigenen Erfahrungen Grundlage. Allgemein gilt: Kortison ist kein Routinemedikament. Es kann daher auch keine Standards oder allgemeine Leitlinien geben.

Wir setzten Kortison nur in speziellen Situationen ein, z.B. bei einem Status migraenosus, dann, wenn die Schmerzen über drei Tage hinaus nicht abklingen wollen. Hier kann zur akuten Kupierung Prednisolon eingesetzt werden. Die Dosierungen liegen im Bereich von 100 bis 250 mg, in schweren und komplexen Situationen auch darüber.

Die Prednisolon-Behandlung muss meist mit weiteren Maßnahmen verbunden werden, wie Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, Elektrolyt- und Wasserverlust, Stabilisierung des Blutzuckerspiegels, Sedierung etc. Es sind also immer Ausnahmesituationen,  wenn man so will. Diese Behandlung kann keinesfalls nach festen Regeln und Zeitabständen erfolgen, am besten ist, man braucht sie möglichst gar nicht. Wenn aber doch, dann so selten wie möglich, höchstens einmal pro Quartal. Im Vordergrund steht immer die Vorbeugung, damit solche Eskalationen nicht vorkommen.