Chronische Migräne

Migränekopfschmerzen, die an ≥ 15 Tage/Monat über ≥ 3 Monate auftreten, ohne dass ein Medikamentenübergebrauch besteht, bezeichnet man als chronische Migräne. Die meisten Betroffenen mit einer chronischen Migräne wiesen ursprünglich eine Migräne ohne Aura auf. Anscheinend kann die Chronifizierung als Komplikation einer episodischen Migräne angesehen werden. Im Verlaufe der Chronifizierung hat der Kopfschmerz die Tendenz, seinen attackenförmigen (episodischen) Verlauf zu verlieren, jedoch nicht in jedem Fall.

In der Schmerzterminologie bedeutet chronisch eine Persistenz (Andauern) über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten. In der Kopfschmerzterminologie wird diese Bedeutung für die sekundären Kopfschmerzerkrankungen beibehalten. Bei den primären Kopfschmerzerkrankungen, die häufiger episodisch auftreten, wird der Begriff chronisch immer dann verwandt, wenn Attacken an mehr als der Hälfte der Tage über mindestens 3 Monate auftreten.

Eine Ausnahme sind die trigemino-autonomen Kopfschmerzerkrankungen. Hier wird erst von chronischen Verläufen gesprochen, wenn die Erkrankung über mehr als ein Jahr nicht remittiert (abgeklungen) ist.

Tägliche Triptan-Einnahme ist auch bei chronischer Migräne kein geeigneter Weg. Es muss eine wirksame Vorbeugung gefunden werden. Zusätzliche Erkrankungen müssen ebenfalls gezielt behandelt werden. Nur so kommt man in einen stabileren Zustand.

Chronische Migräneveräufe können über viele Jahre sehr aggressiv sein und sich einer Behandlung widersetzen. Aber gerade deshalb sollte man gezielt nach weiteren Therapieverfahren mit Erfolgsaussicht suchen und nicht aufgeben. Das kann leider tatsächlich auch manchmal Jahre dauern.